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Zur Geschichte der Route66

Nach dem ersten Weltkrieg kam es zu einem zunehmenden Autoverkehr, der den Straßenbau in den US-Staaten dringend erforderlich machte. Der Planer der Route 66, war der aus Tulsa stammende Cyrus Stevens Avory. 1926 begann der Ausbau der Straße zum „US Highway 66“, bei dem teilweise bestehende Straßen miteinander verbunden wurden. Die Zusammenführung dieser Straßen verwirrte jedoch die Route 66-Reisenden, da die Strecken größtenteils zickzackmäßig verliefen. Heute ist dieser verquere Verlauf nur noch auf den ganz alten Route 66-Stücken vorhanden, da sie im Laufe der Jahre umgebaut und somit für die Reisenden freundlicher gestaltet wurde. Auf den alten Streckenstücken ist teilweise sogar noch der alte Fahrbahnbelag vorhanden. Diese Straßen sind gepflastert und manchmal nur 6 m breit.

Im Gründungsjahr wurden gerademal 800 Meilen asphaltiert. Bereits im Jahr 1930, kam es zu ersten Verlaufsänderungen zwischen Springfield und East St. Louis, wo sie in Richtung Westen zur I-55 verschoben wurde. Nur zwei Jahre später folgte eine Verlaufsänderung der Strecke Downtown St. Louis. Durch den Bau einer Brücke im Jahr 1933, war eine direkte Verbindung zwischen El Reno und Bridgeport möglich. Der Teil der Strecke, der durch New Mexico führte, wurde noch im Jahr 1937 geändert, wodurch sich eine Einsparung der Fahrtzeit von vier Stunden ergab. Aufgrund dieser Veränderung kam es in Albuquerque zu dem Phänomen, dass sich die Route 66 an der Kreuzung 4th Street und Central Avenue selbst kreuzt, man steht dann also an der Ecke Route 66 / Route 66. 1938 wurde die Route 66 schließlich komplett durchgehend asphaltiert. Nach 1950 wurden neue Interstate-Abschnitte gebaut, welche den Niedergang der Wirtschaft entlang der alten Route 66 bedeuteten. Dies war das Todesurteil für viele Orte, die man heute nur noch als „Ghost towns“ kennt. Die vierspurigen Highways (Interstates), wurden nach dem Vorbild der deutschen Autobahnen gebaut, die der Präsident Eisenhower 1945 in Deutschland kennenlernte. Die Route 66 war vor allem durch ihren kurvenreichen und einspurigen Landstraßencharakter bekannt, der jedoch durch kurvenarme und mehrspurige Straßen abgelöst wurde. 2001 und 2003 wurde auf der Route 66 die zehntägige „American Solar Challenge“ausgetragen.

In den 30ern, zur Zeit des Dust Bowl, flüchteten viele Landarbeiter und Farmer aus Texas und Oklahoma in den „Goldenen Westen“. Damals dachten die Menschen, dass Kalifornien und die anderen Länder im Westen, das Paradies auf Erden sind und dass hier „Honig und Gold in Strömen fließen“, was schließlich auch den Begriff „Goldener Westen“ einschlägig prägte. Doch nicht alle Flüchtlinge waren im Westen willkommen und viele haben den weiten Weg erst gar nicht bestanden. Diese Dramatik hat Schriftsteller John Steinbeck in seinem Roman „Früchte des Zorns“ von 1939 verewigt. Der Roman wurde verfilmt und mit zwei Oscars prämiert, was der Route 66 schließlich den nötigen Bekanntheitsgrad verschaffen hatte. Auch der Song „Get Your Kicks on Route Sixty Six“ von Bobby Troup aus dem Jahre 1946, sorgte für eine gewisse Aufbruchsstimmung und Reiselust.

1905 eröffnete die erste Tankstelle an einem Teilstück der Mother Road. Das erste Drive-In-Restaurant entstand 1921 und 1934 bildete die Eröffnung des Steak ‘n Shake Schnellrestaurants die Vorlage zum gewinnbringenden Fastfood-Konzept. Das 1925 eröffnete Motel Inn, war das erste seiner Art und machte diese Übernachtungsform bei Route 66-Reisenden sehr beliebt. 1927 entstand die Benzinmarke Philips 66, die nach ihr benannt wurde. Im Mai 1940 eröffnete schließlich das erste McDonald’s in San Bernardino, direkt an der Route 66.

Der Start der Route 66 wurde einige Male geändert. Ursprünglich begann die Route 66 am Jackson Boulevard, Ecke Michigan Avenue in Chicago. Im Jahr 1933 wurde der Beginn und das Ende in Richtung Osten nach Jackson und Lake Shore Drive verlegt, um Platz für die Weltausstellung zu schaffen. 1955 wurde der Jackson Boulevard eine Einbahnstraße in Richtung Michigan Avenue und Adams Street. Trotzdem blieb der Beginn der US 66 weiterhin am Jackson Boulevard und Lake Shore Drive. Heute ist der offizielle Startpunkt die Ecke Adams Street / Michigan Avenue gegenüber des „Art Institute of Chicago“ in Chicago, auch wenn sie hier ursprünglich nicht begann.

Wer auf der Route 66 unterwegs ist, und damit sind die alten Streckenabschnitte gemeint, sollte keine Zeitnot haben, nur somit kann man den Charme und das Flair der Route 66 vollkommen verinnerlichen und die Geschichte dieses traditionellen Highways erleben.

Die Route 66-Reisenden aus aller Welt sind es, welche die legendäre Mother Road am Leben erhalten. Und das ist gut so, denn diese Straße besticht einfach durch ihre kleinen aber feinen Details, die sie so besonders machen. Sie ist nicht nur ein Stück Asphalt, sondern man kann hier Relikte aus vergangenen und leider fast vergessenen Zeiten finden, die den Charakter der Route 66 so geprägt haben. Auf der Route 66 zu reisen, bedeutet nicht einfach nur, dass man mit einem Vehikel von Osten nach Westen fährt; man kann fast sagen, dass man sich hierbei auf eine Art Zeitreise begibt.

Wer nach klassischen touristischen Sehenswürdigkeiten sucht, ist mit der falschen Einstellung auf der Route 66 unterwegs, denn das Motto sollte ganz klar sein, dass der Weg das Ziel ist. Natürlich gibt es entlang der Route 66 viele Highlights, wie beispielsweise die mystischen Ghost Towns, manche Sights liegen aber eher etwas abseits und man sollte sich wirklich die Zeit nehmen, um den ein oder anderen geschichtsträchtigen Ort aufzusuchen. Besonders „sehenswert“ auf der Route 66, sind ganz klar die vielen alten Motels, die sich trotz ihres Alters in einem sehr guten Zustand befinden, einen erstklassigen Service bieten und vor allem nachts durch ihre grellen Neonschilder auffallen. Tankstellen, Diners, Souvenirshops und Motels säumen die Straßenränder der Route 66 und jeder dieser aufgezählten Orte, stellt eine kleine Sehenswürdigkeit an sich dar.

In Illinois, New Mexico und Arizona wurden Teilstücke der Route 66 im September 2005 als National Scenic Byway ausgezeichnet. Diese Teilstücke tragen die Bezeichnung „Historic Route 66“. Heutzutage sind nur noch 85 % der ursprünglichen Route 66 befahrbar, jedoch kann man in Texas noch 91 % befahren. Viele behaupten, der Pixar-Film „Cars“, sei eine Hommage und Liebeserklärung an die legendäre Mother Road. Diese Aussage ist wahrhaft zutreffend, wenn man überlegt, dass viele alte rostige Pick-ups und traditionelle Diners oder Motels, aber auch die schönen Landschaften mit ihren kurvenreichen Landstraßen als Vorlage für diesen Oscar nominierten Animationsfilm dienten. Der erfundene Ort des Films, „Radiator Springs“, bezieht sich hauptsächlich auf den kleinen Ort Seligman in Arizona.

In unserer heutigen Zeit lockt die Route 66 vor allem Motorradfahrer an, aber auch Touristen in Wohnmobilen, Mietwagen oder Reisebussen lassen sich eine Reise auf der Nostalgiestrecke nicht nehmen und wollen ebenfalls den Zauber von America’s Main Street erleben. Heute kann man als Tourist die alten Streckenabschnitte, die teilweise parallel zu den neueren Interstates verlaufen, befahren.

Natürlich ist es ratsam sich vorab den genauen Streckenverlauf herauszuarbeiten, um auf alle Eventualitäten gefasst zu sein, so können beispielsweise schon im Voraus einige Abstecher und Sehenswürdigkeiten mit eingeplant werden.

Mit den entsprechenden Vorbereitungen steht einer aufregenden (Zeit-) Reise auf der Route 66 nichts mehr im Wege und wie es schon Bobby Troup in seinem berühmten Lied sang:

 

„If you ever plan to motor west
Travel my way, the highway
that’s the best.
Get your kicks on Route 66.”